Durch die Möglichkeit alle Produktionsschritte im Metallpfeifenbau individuell gestalten zu können, von der Legierung über die Materialstärke bis zur Mensurierung und Intonation, kann entsprechend umfassender Einfluss auf die Klanggestaltung eines Instruments genommen werden.
Wir gießen das Metall auf Naturstärke: Ein Pfeifenblech wird aufgrund der Schwerkraft beim Guss vom Ausgangspunkt bis zum Endpunkt dünner. Aus diesen Blechen werden die Mantelabwicklungen der Pfeifen so zugeschnitten, dass die großen Pfeifen aus stärkerem, die kleinen aus dünnerem Blech sind und in den Pfeifen das Material Richtung Fuß- Labilabereich stärker ist. Dadurch wird die Pfeife dort, wo sie tragen muss stabiler und im oberen Bereich leichter.
Bleche aus hochprozentigen Bleilegierungen werden nach dem Guss gehämmert oder gewalzt, um die innermolekulare Struktur zu verdichten und die Oberfläche zu glätten. Hochprozentige Zinnlegierungen werden zur Oberflächenbehandlung geschabt.
Die Zungen mit Kehlen und Nüssen werden ebenfalls in unserer Werkstatt hergestellt.
Arbeitsablauf und Klangarbeit
Gießen der Pfeifenbleche auf Naturstärke
Hämmern oder Walzen
Zuschnitt von Pfeifenkörpern und –Füßen
Labieren
Formen und Löten von Pfeifenfüßen und –Körpern
Einsetzen der Kerne
Zusammensetzen der Pfeifen
Aufschneiden der Labien
Vorintonation auf der Intonierlade in unserer Werkstatt
Legierungen von Originalpfeifen werden mittels Funkenspektralanalyse auch bezüglich der Edelmetall- und Spurenelementanteile untersucht, um präzise Rekonstruktionen des Pfeifenmaterials gewährleisten zu können.
So rekonstruierte Pfeifenbleche werden sowohl zum Anlängen zu kurz abgeschnittener Pfeifen als auch zum Rekonstruieren von Pfeifen oder ganzer Register eingesetzt.
Die Restaurierung von Metallpfeifen erfordert grundlegende Kenntnisse und sensiblen Umgang mit dem historischen Material. Im Zuge der Bestandsaufnahme werden Pfeifen-Mensuren festgehalten, die gegebenenfalls auch für die Rekonstruktion fehlender Pfeifen herangezogen werden.